Wir sind es gewohnt, dass wir ein bis zweimal pro Jahr von einer Grippe „überfallen„ werden, uns auch sonst diverse Beschwerden plagen, von Kopfschmerzen über Bluthochdruck bis zum lästigen und nicht loszuwerdenden Fußpilz, Unpässlichkeiten, mit denen man eben leben muss. Glauben Sie das oder wäre nicht doch ein Modell von ständiger Regeneration körperlicher „Entgleisungen“ ansprechender? Nun, das genau tut unser Körper ja permanent, Zellen bilden sich neu, Wunden verheilen, Eindringlinge wie Viren und Bakterien werden unschädlich gemacht usw.

Warum kann es dann doch zu mehr oder weniger langandauernden Irritationen und Krankheiten kommen und wie könnten wir dies beeinflussen oder noch besser verhindern?

Die Voraussetzung für Gesundheit bilden eine gesunde Ernährung bzw. Lebensweise, ausreichender Schlaf, kein übermäßiger, d.h. vor allem ungesunder Stress und ein entsprechend hohes energetisches Niveau.
Wie lässt sich ein solches erreichen?

Mittels Psychohygiene, das meint zum Einen: Altlasten aus älterer oder jüngerer Vergangenheit sollten reflektiert und aufgelöst werden. All das, was wir an Enttäuschungen und Wut mit uns herumschleppen, belastet uns und verbraucht unsere Energie und kann sich letztendlich in körperlichen Beschwerden manifestieren.

Zum Nächsten bedeutet es die Veränderung schlechter Gewohnheiten im Denken: heißt den Fokus nicht mehr auf das zu legen, was Sie nicht wollen, sondern darauf, was Sie als nützlich und sinnvoll für sich erachten. Dies lässt sich trainieren, indem Sie jeden dieser negativen Gedanken durch einen hilfreichen ersetzen. Zum Beispiel, in dem Sie: „Ich bin so nervös, hoffentlich bestehe ich diese Prüfung.“ durch „Ich gehe gelassen und entspannt zur Prüfung und werde selbstverständlich bestehen!“ ersetzen. Damit ist nicht gemeint, Sie könnten sich jetzt das Lernen ersparen, sondern der Unsinn, sich mittels Zweifel und Sorgen das Leben schwer zu machen und die jeweiligen Glaubenssätze zu verändern.

In unserer Kultur und Lebensweise stark ausgeprägt scheint die Tendenz, sich mit negativen Gedanken und Emotionen zu beladen, sei es mit eigenen oder fremden – wie viele Gewalttaten und dergleichen Dramen laufen tagtäglich über die Bildschirme und überfrachten uns mit den Gefühlen anderer, nicht einmal realer Personen und erzeugen damit eigene Emotionen, die die Psyche belasten. Auch dieser Faktor lässt sich ausschalten, indem wir aus- bzw. umschalten.

Zum Dritten betrifft es die Bequemlichkeit, Angelegenheiten „schleifen“ zu lassen. Situationen, Faktoren und Entscheidungen, die wir einstmals getroffen haben, sind immer wieder rechtzeitig zu überprüfen, ob wir noch damit zufrieden bzw. glücklich sind und wenn nicht, ist eine Änderung zum Besseren zu veranschlagen. Nicht Hoffnung bedeutet den Ausweg, sondern eine zu entwickelnde Strategie, die zur gewünschten Lösung führt. Notfalls mit Unterstützung von dafür ausgebildeten Beratern oder Therapeuten, die mit dem Blick des Außenstehenden andere und neue Perspektiven aufzeigen können. Denn je länger eine belastende Situation bestehen bleibt, umso mehr Kraft haben wir damit verbraucht, dies auszuhalten und umso weniger steht uns für eine Veränderung zur Verfügung.

Diese und andere Stressfaktoren beeinflussen in Summe und auf Dauer unter anderem das Immunsystem, das dadurch in einen permanenten Alarmzustand versetzt wird. Die Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater, Christa Roth-Sackenheim, berichtet unter Verweis auf eine US-Studie, dass dies die Entwicklung körperlicher und psychischer Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen begünstigt.

Wenn Sie gesund bleiben bzw. werden wollen, vermindern Sie also diverse Stressfaktoren!

Zum Abschluss möchte ich Ihnen eine Übung vorstellen, mit der Sie sich ausbalancieren können: Stellen Sie sich gerade hin, die Beine nebeneinander so, dass Sie einen festen Stand haben und heben Sie beide Arme mit den Handflächen zueinander (wie beim Beten) nach oben. Dann heben Sie das linke Bein und legen die Fußfläche etwa in Kniehöhe an das rechte Bein. Schauen Sie dabei nach Vorne. Diese Übung setzt weniger gymnastisches Können voraus, sie verlangt zum Gelingen vielmehr eine gewisse inneres zur-Ruhe-kommen. Meiner Erfahrung nach spiegelt sich dabei der momentane seelische Zustand. Je weniger ich in meiner Mitte bin, desto mehr komme ich dahin, sobald ich mich darauf konzentriere bzw. einlasse; je mehr ich von vornherein in meiner Mitte bin, desto leichter gelingt die Übung.

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